Obwaldner gehen lieber auswärts ins Spital

In den jährlich erhobenen Zahlen des Kantonsspital Obwalden werden auch die Patientenströme aufgezeigt. Rund 55 % der Obwaldner Bevölkerung lassen sich für stationäre Behandlungen ausserkantonal versorgen. Es ist klar, dass komplexe medizinische Eingriffe nur in grösseren Spitälern ausserhalb des Kantons möglich sind. Doch oft fehlt es auch am Bewusstsein für die finanziellen Konsequenzen unserer Spitalwahl.
Vielen ist nicht klar, dass bei einem Spitalaufenthalt lediglich ein Teil der Kosten direkt über die Krankenkasse abgerechnet wird. Gesetzlich ist festgelegt, dass der Wohnkanton immer 55 % der anrechenbaren Spitalkosten übernimmt. Entscheidet sich eine Patientin oder ein Patient für ein ausserkantonales Spital, trägt sie oder er weiterhin den Eigenanteil von 45 % über die Krankenkasse, während der Kanton Obwalden 55 % aus unseren Steuergeldern an das ausserkantonale Spital bezahlen muss.
Gleichzeitig bleibt das Kantonsspital Obwalden auf einer ungenügenden Auslastung sitzen. Die daraus entstehenden Defizite – 2025 12,8 Millionen Franken – müssen wiederum durch die Obwaldner Steuerzahler gedeckt werden. Der Kanton Obwalden wird also gleich doppelt zur Kasse gebeten: Einmal über die Kostenbeteiligungen bei ausserkantonalen Behandlungen und ein weiteres Mal zur Deckung des Defizits des eigenen Kantonspitals.
Fragen Sie sich deshalb vor Ihrem nächsten Spitalaufenthalt bewusst, wohin Sie Ihre Steuergelder schicken möchten und wem Sie damit helfen.
Marcel Schelbert
Kantonsrat, Alpnach



