Gemeindeautonomie unter Druck

Die Gemeinden stehen heute vor grossen Herausforderungen. Besonders im baulichen Sektor sind die Auswirkungen zahlreicher Vorgaben von Kanton und Bund deutlich spürbar. Neue Bauvorschriften, energetische Auflagen und komplexe Bewilligungsverfahren schränken die Handlungsspielräume der Gemeinden zunehmend ein. Die Umsetzung dieser Vorgaben ist oft mit hohen Kosten und erheblichem administrativem Aufwand verbunden – für kleinere Gemeinden wie Lungern ist dies eine grosse Belastung.
Gleichzeitig wird von den Gemeinden erwartet, dass sie Sparmassnahmen umsetzen und ihre Finanzen im Griff behalten. Dies steht jedoch häufig im Widerspruch zu den wachsenden Anforderungen und Regulierungen, die von übergeordneten Instanzen beschlossen werden. Die Eigenständigkeit der Gemeinden wird dadurch eingeschränkt, was die effiziente Erfüllung lokaler Aufgaben erschwert.
Ein weiteres Problem zeigt sich in der Personalpolitik des Kantons: In den letzten Jahren ist die Zahl der Mitarbeitenden beim Kanton gestiegen, was der geforderten Sparpolitik widerspricht. Im Baudepartement gab es zudem wiederholt Kündigungen, was zu längeren Bearbeitungszeiten bei Bauprojekten führt. Neben einer gesunden Sparpolitik muss auch eine funktionierende Verwaltung sichergestellt werden, damit Verzögerungen und zusätzliche Hürden für die Bevölkerung vermieden werden.
Durch zunehmende Regulierungen und Vorgaben von Kanton und Bund sind die Gemeinden in ihrer Autonomie und Effizienz eingeschränkt. Die SVP fordert daher eine Stärkung der Gemeindeautonomie, weniger Bürokratie und eine bessere Berücksichtigung der lokalen Bedürfnisse, um die anstehenden und notwendigen Herausforderungen zu bewältigen.
Michael Schäli
Gemeinderat und Kantonsratskandidat, Lungern



