Unsere Bildungslandschaft – ein Zwischenruf

Die Revision des Bildungsgesetzes wurde am 30. November 2025 vom Stimmvolk angenommen. Im Vorfeld der Abstimmung hatte ich Gelegenheit, zahlreiche Diskussionen und Gespräche mit unterschiedlichsten Akteuren aus dem Bildungsbereich zu führen.
Unbestritten ist, dass das Leistungsniveau unserer Schulabgänger gesunken ist und dass diese heute schlechter auf den Eintritt ins Berufsleben vorbereitet sind als noch vor zehn Jahren. Die aktuelle Umfrage des Gewerbeverbandes Obwalden bestätigt dies. Auch der parlamentarische Vorstoss zum Frühfranzösisch anerkennt, dass die angestrebten Leistungsziele nicht erreicht werden und fordert eine Praxisänderung sowie mutige Schritte.
Eine solche Anpassung im Fach Französisch darf jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Sie muss im Zusammenhang mit weiteren Fremdsprachen, aber auch mit anderen Einflussfaktoren, erfolgen. Denn noch 2013 hielt das Bildungs- und Kulturdepartement (BKD) in einer Stellungnahme zu einer Interpellation fest, dass Frühfranzösisch keinen Anlass zu Beanstandungen gebe.
Was ist seither geschehen? Sicher ist eines: An den Kindern liegt es nicht!
Seit Jahren zeigen sich aber auch bei den grundlegenden Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben rückläufige Ergebnisse. Konkret bedeutet dies, dass rund ein Viertel der Schulabgänger einen einfachen Text nicht korrekt versteht. Diese Entwicklung scheint die Verantwortlichen in Politik und Verwaltungen kaum zu beunruhigen. Dabei müssten längst alle Warnsignale auf Rot stehen. Die Ansicht des Regierungsrats, wonach sich unsere Bildungsgesetzgebung bewährt habe, ist schwer nachvollziehbar. Anstelle grundsätzlicher Korrekturen durch strukturelle Reformen werden mehr Ressourcen gefordert. Doch eine Tschifärä kann man nicht mit Wasser füllen!
Leidtragende dieser Entwicklung sind einmal mehr die lernschwächeren Jugendlichen. Die Bildungspolitik müsste sich längst einer unbequemen Wahrheit stellen:
Es wird viel, meist kostenintensiv, unternommen – doch nur wenig davon zeigt Wirkung.
Die Diskussion um das Bildungsgesetz und die Motion zum Frühfranzösisch hat gezeigt, dass nur die SVP sich für echte Reformen an unseren Schulen einsetzt.
Alfred von Ah
Kantonsrat, Sarnen




